Kaminholz: Holzarten, Restfeuchte, Lagern und Preise

Gutes Kaminholz ist naturbelassenes, gespaltenes Scheitholz mit höchstens 20 Prozent Wassergehalt. Die Holzart bestimmt, wie lange das Feuer brennt, die Feuchte bestimmt, ob es sauber brennt. Laut TFZ kostet Buche je Kilowattstunde kaum mehr als Fichte.

📋 Kurz zusammengefasst

Die 1. BImSchV erlaubt nur Holz mit einer Holzfeuchte unter 25 Prozent, das entspricht einem Wassergehalt von 20 Prozent. Ein Raummeter Buche liefert laut LWF-Merkblatt 1.885 kWh, ein Raummeter Fichte 1.333 kWh. Richtig gelagert trocknen gespaltene Buchen- und Fichtenscheite in etwa einem Jahr unter 20 Prozent. Laut TFZ kostete ofenfertige Buche im Juli 2026 im Mittel 144,66 Euro je Raummeter, Fichte 109,83 Euro. Je Kilowattstunde liegen beide fast gleichauf.

Was ist gutes Kaminholz?

Gutes Kaminholz ist naturbelassenes Scheitholz, gespalten, auf Ofenlänge geschnitten und lufttrocken. Lufttrocken heißt nach dem LWF-Merkblatt 20 ein Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent. Frisch geschlagenes Holz enthält 50 Prozent Wasser und mehr.

Naturbelassen bedeutet: unbehandelt, unlackiert, nicht verleimt, ohne Holzschutzmittel. Altholz wie Paletten, Möbelreste oder Bauholz gehört nicht in den Kaminofen. Die 1. BImSchV, die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, lässt in Kaminöfen nur naturbelassenes Holz und wenige weitere Brennstoffe wie Braunkohlebriketts zu.

Ofenfertig heißt das Holz, wenn es auf die Länge des Brennraums geschnitten ist, meist 25 oder 33 Zentimeter. Meterware ist günstiger, muss aber zu Hause noch gesägt und gespalten werden. Die LWF empfiehlt, Länge und Durchmesser der Scheite früh an den Ofen anzupassen, weil kurze, gespaltene Stücke schneller trocknen.

Welches Holz ist das beste Kaminholz?

Das beste Kaminholz ist trockenes Hartholz wie Buche oder Birke für lange Glut und trockenes Nadelholz wie Fichte zum Anheizen. Buche liefert laut LWF 1.885 kWh je Raummeter, Birke 1.777, Kiefer 1.516 und Fichte 1.333 kWh, jeweils bei 20 Prozent Wassergehalt.

Der Unterschied je Raummeter kommt von der Dichte. Ein Festmeter Buche wiegt laut LWF 656 Kilogramm, ein Festmeter Fichte nur 446 Kilogramm, beide bei 15 Prozent Wassergehalt. Je Kilogramm liegen die Holzarten dagegen nah beieinander: rund 3,9 kWh bei Laubholz und rund 4,0 kWh bei Nadelholz, jeweils bei 20 Prozent Wassergehalt.

HolzartkWh je Raummeter (20 % Wassergehalt)Rohdichte je Festmeter (15 %)Typischer Einsatz
Buche1.885656 kglange Glut, Grundlast
Birke1.777619 kgschönes Flammenbild, wenig Funkenflug
Kiefer1.516507 kgschnelles Anheizen, harzig
Fichte1.333446 kgAnzündholz, schnelle Wärme
Quelle: LWF-Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“, Dezember 2023

Mehr Wärme je Raummeter heißt: weniger Stapelplatz und seltener nachlegen. Für das Anzünden von oben eignet sich dünn gespaltenes Nadelholz, darunter liegen die Hartholzscheite für die Grundlast. Die Begriffe Hartholz und Weichholz erklärt das Glossar.

Wie trocken muss Kaminholz sein?

Kaminholz muss eine Holzfeuchte unter 25 Prozent haben, das schreibt die 1. BImSchV vor. Bezogen auf das Gesamtgewicht entspricht das einem Wassergehalt von 20 Prozent. Die LWF empfiehlt ausdrücklich, nur mit Holz bis höchstens 20 Prozent Wassergehalt zu heizen.

Die zwei Werte verwirren oft. Die Holzfeuchte bezieht das Wasser auf das trockene Holz, der Wassergehalt auf das Gesamtgewicht aus Holz und Wasser. Messgeräte zeigen meist die Holzfeuchte an. Ein Wert unter 25 auf dem Display erfüllt die Vorschrift.

Nasses Holz kostet doppelt. Frisch geschlagenes Holz liefert laut LWF im Mittel nur 2 kWh je Kilogramm, lufttrockenes Holz rund 4 kWh. Ein Teil der Energie geht beim Verdampfen des Wassers verloren. Die Folgen im Ofen: Qualm, eine verrußte Scheibe, Teer im Schornstein und im schlimmsten Fall Glanzruß und Versottung.

Wie misst man die Restfeuchte richtig?

Ein Holzfeuchtemessgerät misst über zwei Elektroden den elektrischen Widerstand im Holz. Aussagekräftig ist nur die Messung im Inneren: ein Scheit frisch spalten und in der Mitte der Spaltfläche quer zur Faser messen. Die Oberfläche trocknet schneller und zeigt zu gute Werte. Die genaue Messmethode und eine Umrechnungstabelle stehen im Artikel Restfeuchte von Brennholz: Grenzwert und richtig messen.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Die Feuchtegrenze der 1. BImSchV ist keine Empfehlung, sondern Pflicht für jeden Betreiber eines Kaminofens. Wer gegen die Brennstoffvorschriften der Verordnung verstößt, handelt ordnungswidrig. Feuchtes Holz verursacht außerdem Ruß- und Teerablagerungen, die einen Schornsteinbrand begünstigen.

Wie lange muss Kaminholz trocknen?

Gespaltenes Kaminholz trocknet richtig gelagert in etwa einem Jahr unter 20 Prozent Wassergehalt. Das gilt laut LWF-Merkblatt für Buche, Fichte und Kiefer. Ungespaltenes Holz braucht bis zu 2 Jahre. Gefällt wird am besten im Winter, gespalten möglichst bald danach.

Gespaltenes Holz trocknet schneller, weil Wasser über die größere Oberfläche verdunstet. Langsam trocknendes Laubholz kann laut LWF „verstocken“, also von Pilzen befallen werden. Das Holz wird dann leicht und mürbe und verliert Heizwert.

Gekauftes ofenfertiges Holz ist nicht automatisch trocken. Angebote mit „frisch“, „waldfrisch“ oder ohne Feuchteangabe brauchen noch eine Saison im Lager. Holz mit Angabe „kammergetrocknet“ hat einen Trockenofen durchlaufen und ist sofort nutzbar, solange es trocken gelagert wird.

Wie lagert man Kaminholz richtig?

Kaminholz lagert man sonnig, windig, mit Abstand zum Boden und mit Regenschutz von oben. Die LWF empfiehlt Süd- oder Westseiten von Gebäuden, Paletten als Unterbau und mindestens 10 Zentimeter Abstand zur Wand unter einem Vordach.

Aus dem LWF-Merkblatt ergibt sich die Holzlager-Regel „Sonne, Wind, Abstand, Dach“:

  • Sonne: Lagerplatz an einer Süd- oder Westseite, Waldränder eignen sich ebenfalls.
  • Wind: Luft muss durch den Stapel ziehen, Kreuzstapel und Gitterboxen trocknen besonders schnell.
  • Abstand: Paletten oder Rundhölzer als Unterbau, mindestens 10 Zentimeter Abstand zur Wand.
  • Dach: Spätestens nach der Sommertrocknung oben abdecken, die Seiten offen lassen.

Zwei Fehler nennt die LWF ausdrücklich: frisches Holz im Keller oder in geschlossenen Räumen lagern und Stapel komplett in Plastikplane einpacken. In beiden Fällen kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Nur der Tagesbedarf darf in einem beheizten Raum liegen, dort trocknet er die letzten Prozent ab. Einen Trocknungsfahrplan über 12 Monate enthält der Artikel Brennholz lagern und trocknen: Ort, Abstand und Dauer.

💡 Praxis-Tipp: Lagerplatz vor dem Kauf ausmessen

Ein Raummeter ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz, also zum Beispiel 1 Meter hoch, 1 Meter breit und 1 Meter tief. Ofenfertige 33-Zentimeter-Scheite stapeln sich in einem Regal mit 33 Zentimetern Tiefe: Ein Raummeter braucht dann knapp 3 Meter Regalbreite bei 1 Meter Höhe, weil kurze Scheite etwas dichter liegen. Wer 3 Raummeter bestellt, braucht also rund 8 bis 9 laufende Meter Stapelfläche an einer Hauswand. Das ist der häufigste Grund, warum Holz am Ende doch im Keller landet.

Was ist der Unterschied zwischen Raummeter, Ster und Schüttraummeter?

Ein Raummeter oder Ster ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz, ein Schüttraummeter ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz und ein Festmeter ein Kubikmeter reine Holzmasse. Laut LWF entspricht ein Festmeter etwa 1,4 Raummetern geschichteter 33-Zentimeter-Scheite oder etwa 2,1 Schüttraummetern.

EinheitWas drin istUmrechnung (LWF)
Festmeter (Fm)1 m³ feste Holzmasse ohne Lücken1 Fm
Raummeter / Ster (Rm)1 m³ geschichtetes Holz mit Luft1 Rm ≈ 0,7 Fm
Raummeter, 33 cm geschichtetofenfertig gestapelt1 Fm ≈ 1,4 Rm
Schüttraummeter (SRm)1 m³ lose geschüttete Scheite1 Fm ≈ 2,1 SRm

Für den Preisvergleich zählt nur die Holzmasse. Ein Schüttraummeter enthält deutlich weniger Holz als ein Raummeter und muss entsprechend günstiger sein. Angebote ohne klare Maßeinheit lassen sich nicht vergleichen.

Was kostet Kaminholz?

Ofenfertiges Buchenholz in 33 Zentimetern kostete laut TFZ Straubing im Juli 2026 im Mittel 144,66 Euro je Raummeter, Fichte 109,83 Euro. Die Preise gelten inklusive Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von 10 Kilometern. Erhoben wurden sie bei 28 Anbietern bundesweit.

SortimentMittel €/RmSpanne €/RmMittel ct/kWh
Buche, 33 cm144,6677,50 – 190,729,40
Fichte, 33 cm109,8368,67 – 156,829,64
Hartholz, 1 m132,8085,00 – 177,178,63
Weichholz, 1 m96,4060,00 – 157,178,46
Quelle: TFZ-Merkblatt Scheitholzpreise, Stand Juli 2026, Preise brutto inkl. Lieferung bis 10 km

Die Spanne ist groß: Buche kostete zwischen 77,50 und 190,72 Euro je Raummeter. Gegenüber Juli 2025 stieg Buche in 33 Zentimetern laut TFZ um 0,8 Prozent, lag aber 7,4 Prozent unter dem Höchststand vom Januar 2023. Meterware ist je Kilowattstunde 0,8 bis 1,2 Cent günstiger, dafür fallen Sägen und Spalten in Eigenleistung an. Wie man Raummeter- und Schüttraummeter-Angebote fair vergleicht, zeigt der Artikel Was kostet Brennholz? Preise je Raummeter und Ster.

Wie viel Holz eine Saison braucht, schätzt der Kamin-Rechner. Beispiel: 30 Quadratmeter, teilsanierter Altbau, 4 Stunden am Tag, 120 Heiztage ergeben rund 0,4 Raummeter Buche. Beim TFZ-Mittelwert sind das knapp 60 Euro für die Saison.

💡 Der Kaminholz-Kauf-Check

Vor jeder Bestellung 4 Angaben klären: Holzart (Buche, Birke, Fichte oder Mischung), Wassergehalt oder Holzfeuchte (schriftlich, unter 20 bzw. 25 Prozent), Maßeinheit (Raummeter geschichtet oder Schüttraummeter) und Lieferung (inklusive Abladen oder nur bis zur Straße). Fehlt eine Angabe, ist der Preis nicht vergleichbar. Ein Raummeter ungespaltene Buche wiegt laut LWF rund 460 Kilogramm, das Abladen gehört also mit in die Rechnung.

Welches Holz darf nicht in den Kaminofen?

In den Kaminofen gehört kein behandeltes, lackiertes, verleimtes oder beschichtetes Holz. Dazu zählen Paletten, Möbelholz, Spanplatten, Bauholz mit Holzschutz und Treibholz. Die 1. BImSchV beschränkt Kaminöfen auf naturbelassenes Holz und wenige zugelassene Brennstoffe.

Auch Papier, Pappe und Abfälle sind keine Brennstoffe. Zum Anzünden reichen Anzündholz und ein Anzünder aus Holzwolle und Wachs. Welcher Brennstoff für den eigenen Ofen zugelassen ist, steht in der Bedienungsanleitung und auf dem Typenschild.

💬 Meine Einschätzung

Beim Holzkauf dreht sich fast alles um die Frage Buche oder Fichte. Die TFZ-Zahlen vom Juli 2026 zeigen, dass das kaum eine Rolle spielt: 9,40 Cent je Kilowattstunde für Buche, 9,64 Cent für Fichte. Wer Buche kauft, bezahlt mehr je Raummeter, bekommt aber im gleichen Maß mehr Wärme. Der eigentliche Unterschied liegt woanders. Buche braucht weniger Lagerplatz und hält die Glut länger, Fichte zündet schneller. Viel teurer als die falsche Holzart ist feuchtes Holz: Frisch geschlagenes Holz liefert je Kilogramm nur halb so viel Energie und verrußt Ofen und Schornstein. Mein Fazit: erst auf die Feuchte achten, dann auf den Platz, ganz zum Schluss auf die Holzart.

✓ Das Wichtigste in Kürze
  • Pflicht nach 1. BImSchV: Holzfeuchte unter 25 Prozent, also höchstens 20 Prozent Wassergehalt.
  • Buche liefert 1.885 kWh je Raummeter, Fichte 1.333 kWh (LWF, 20 Prozent Wassergehalt).
  • Gespaltenes Holz trocknet richtig gelagert in etwa einem Jahr, ungespaltenes in bis zu 2 Jahren.
  • Lagerregel: Sonne, Wind, Abstand, Dach, nie im Keller und nie unter Plane.
  • Preise Juli 2026 (TFZ): Buche 144,66 €/Rm, Fichte 109,83 €/Rm, je kWh fast gleich.

Vertiefend: Welches Holz ist das beste Kaminholz? vergleicht die Holzarten nach Zweck, Briketts im Kaminofen erklärt, wann Holz- oder Braunkohlebriketts erlaubt und sinnvoll sind.

Häufige Fragen zu Kaminholz

Diese Fragen kommen beim Kauf und Lagern von Kaminholz häufig vor. Sie ergänzen die Kapitel oben.

Ist Eiche gutes Kaminholz?

Eiche ist ein dichtes Hartholz und brennt mit langer Glut. Sie trocknet allerdings langsamer als Buche und braucht entsprechend länger im Lager. Das LWF-Merkblatt nennt für Eiche keine eigenen Kennzahlen, deshalb fehlt sie in der Tabelle oben.

Wie viel Kaminholz braucht man für einen Winter?

Der Bedarf hängt von Raumgröße, Dämmung und Heizstunden ab. Wer den Ofen abends als Zusatzheizung nutzt, braucht deutlich weniger als jemand, der damit den ganzen Tag heizt. Der Kamin-Rechner schätzt die Menge aus diesen Angaben mit offengelegter Formel.

Sind Holzbriketts eine Alternative zu Scheitholz?

Holzbriketts aus gepresstem, naturbelassenem Holz sind trocken, brauchen wenig Platz und brennen gleichmäßig. Sie sind sinnvoll, wenn der Lagerplatz knapp ist. Ob sie im eigenen Ofen zugelassen sind, steht in der Bedienungsanleitung.

Darf man Holz aus dem eigenen Garten verbrennen?

Unbehandeltes Holz aus dem eigenen Garten, etwa von Obstbäumen oder einer gefällten Birke, ist naturbelassenes Holz. Es muss genauso gespalten und getrocknet werden wie gekauftes Holz. Frisch geschnittene Äste und Laub gehören nicht in den Ofen.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.

  • LWF-Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“ · lwf.bayern.de · Heizwerte, Rohdichten, Umrechnungsfaktoren, Trocknung und Lagerung, Dezember 2023.
  • Merkblatt Scheitholzpreise · tfz.bayern.de · bundesweite Preiserhebung bei 28 Anbietern, Stand Juli 2026.
  • Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) · gesetze-im-internet.de · zulässige Brennstoffe und Feuchtegrenze für Holz.
  • Kamin-Rechner · romantik-kamine.de · Schätzung von Heizlast und Brennholzbedarf mit offengelegter Formel und Testfall.