Briketts im Kaminofen: Wann sind sie sinnvoll?

Briketts sind im Kaminofen nur sinnvoll, wenn der Hersteller sie für das Gerät freigibt. Holzbriketts sind in vielen Kaminöfen erlaubt und brennen gleichmäßig. Braunkohlebriketts sind nach der 1. BImSchV grundsätzlich zulässig, aber nur in Öfen, die dafür ausgelegt sind. Papierbriketts sind verboten.

📋 Kurz zusammengefasst

Die 1. BImSchV erlaubt in Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe unter anderem Holzbriketts, Pellets sowie Braun- und Steinkohle. Nach § 4 Abs. 1 dürfen sie aber nur verbrannt werden, wenn der Hersteller sie für den Ofen als geeignet erklärt hat. Offene Kamine dürfen nur mit Scheitholz oder Holzbriketts betrieben werden. Papierbriketts zählen laut Umweltbundesamt nicht zu den zulässigen Brennstoffen, wer sie verbrennt, riskiert ein Bußgeld. Welche Briketts erlaubt sind, steht in der Bedienungsanleitung und auf dem Typenschild.

Welche Briketts darf man im Kaminofen verbrennen?

Erlaubt sind Briketts, die die 1. BImSchV zulässt und der Hersteller für den Ofen freigibt. Das Umweltbundesamt nennt als zulässige Brennstoffe für Kamin- und Kachelöfen naturbelassenes Scheitholz, Holzbriketts und Pellets sowie Braun- und Steinkohle. Nach § 4 Abs. 1 der 1. BImSchV gilt aber: Nur was der Hersteller für geeignet erklärt, darf in den Ofen.

BrikettNach 1. BImSchVIm Kaminofen
Holzbrikettszulässigbei vielen Kaminöfen freigegeben, Anleitung prüfen
Braunkohlebrikettszulässignur wenn der Hersteller sie freigibt
Rindenbrikettsje nach Zusammensetzungnur wenn der Hersteller sie freigibt
Papierbrikettsnicht zulässigverboten, Bußgeld möglich

Für offene Kamine gilt nach § 4 Abs. 4 der 1. BImSchV eine engere Regel: Dort sind nur naturbelassenes Scheitholz und Holzbriketts erlaubt, siehe Offener Kamin: Was erlaubt die 1. BImSchV?.

Wann sind Holzbriketts sinnvoll?

Holzbriketts sind sinnvoll, wenn man gleichmäßig trockenen Brennstoff mit wenig Lagerplatz möchte. Sie bestehen aus gepressten Holzresten und haben meist einen niedrigen Wassergehalt. Sie brennen gleichmäßig und eignen sich für Abende, an denen der Ofen länger ruhig laufen soll.

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Briketts und Pellets geprüfte Qualität, etwa nach DIN EN ISO 17225-2 Klasse A1, ENplus A1, DINplus oder mit Blauem Engel. Weil Briketts dichter sind als Scheitholz, sollte man mit kleinen Mengen beginnen und die Herstellerangaben zur maximalen Brennstoffmenge einhalten.

💡 Briketts als Ergänzung, nicht als Ersatz

Ein praktischer Weg ist die Kombination: mit Scheitholz anzünden und das Feuer aufbauen, dann für eine ruhigere Phase ein oder zwei Holzbriketts auf ein gutes Glutbett legen. So bleibt das Flammenbild erhalten und der Ofen muss seltener nachgelegt werden. Wer nur Briketts verbrennt, verliert das Knistern und das lebhafte Flammenbild, das viele am Kaminofen schätzen. Welche Mengen zulässig sind, steht in der Bedienungsanleitung.

Warum sind Braunkohlebriketts umstritten?

Braunkohlebriketts halten die Glut lange, deshalb werden sie für die Nacht geschätzt. Sie sind nach der 1. BImSchV zulässig, manche Kaminöfen sind aber nur für Holz geprüft und freigegeben. Dann ist Kohle im Ofen nicht erlaubt, auch wenn der Brennstoff selbst zulässig ist.

Hinzu kommt, dass Kohle ein fossiler Brennstoff ist. Wer Wert auf Klimabilanz legt, bleibt bei Holz. Wer Kohle nutzen möchte, prüft zuerst Typenschild und Anleitung und fragt im Zweifel den Schornsteinfeger.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Papierbriketts aus Altpapier sind nach der 1. BImSchV kein zulässiger Brennstoff. Laut Umweltbundesamt riskiert ein Bußgeld, wer sie verbrennt. Das gilt auch für Paraffin-Kaminscheite, die das UBA in Haushalten als nicht erlaubt nennt.

💬 Meine Einschätzung

Briketts werden oft als bequeme Alternative zu Scheitholz verkauft. Für einen Kaminofen sind Holzbriketts eine sinnvolle Ergänzung, vor allem wenn wenig Lagerplatz da ist. Bei Braunkohle würde ich vorsichtig sein: Viele Öfen sind dafür nicht freigegeben, und der Blick ins Typenschild erspart Ärger mit dem Schornsteinfeger und der Gewährleistung.

✓ Das Wichtigste in Kürze
  • Erlaubt ist nur, was die 1. BImSchV zulässt und der Hersteller freigibt.
  • Holzbriketts: in vielen Kaminöfen zulässig, gleichmäßige Glut.
  • Braunkohlebriketts: nur mit Herstellerfreigabe.
  • Offene Kamine: nur Scheitholz und Holzbriketts.
  • Papierbriketts sind verboten.

Häufige Fragen zu Briketts im Kaminofen

Diese Fragen tauchen rund um das Thema häufig auf.

Halten Briketts die Glut über Nacht?

Briketts brennen gleichmäßiger und länger als Scheitholz. Die Glut stark gedrosselt über Nacht zu halten, nennt das Umweltbundesamt als Gluthaltebetrieb aber besonders schädlich.

Wo sehe ich, ob mein Ofen Kohle verträgt?

In der Bedienungsanleitung und auf dem Typenschild. Dort stehen die zugelassenen Brennstoffe.

Sind Briketts günstiger als Scheitholz?

Das hängt vom Angebot ab. Vergleichbar wird es über den Preis je Kilowattstunde. Preise für Scheitholz stehen in Was kostet Brennholz?.

Welche Holzarten sich eignen, erklärt Welches Holz ist das beste Kaminholz?.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.

  • Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV), § 3 und § 4 · gesetze-im-internet.de · zulässige Brennstoffe, Herstellerfreigabe, offene Kamine.
  • Nicht jeder Brennstoff darf in den Kamin- oder Kachelofen · umweltbundesamt.de · Pressemitteilung vom 13. Februar 2009, Papierbriketts.
  • Ratgeber Heizen mit Holz · umweltbundesamt.de · Brennstoffqualitäten, Paraffin-Scheite, Gluthaltebetrieb, Stand November 2018.