Brennholz lagern und trocknen: Ort, Abstand und Dauer

Brennholz lagert man gespalten, sonnig und windig, auf Paletten und oben abgedeckt. So erreichen Buche, Fichte und Kiefer laut LWF in etwa einem Jahr unter 20 Prozent Wassergehalt. Ungespaltenes Holz braucht bis zu 2 Jahre, im Keller oder unter Plane trocknet es kaum.

📋 Kurz zusammengefasst

Die LWF empfiehlt: im Winter fällen, bald spalten, sonnig und windig lagern, Paletten als Unterbau, mindestens 10 Zentimeter Abstand zur Wand und nach der Sommertrocknung oben abdecken. Daraus ergibt sich ein Trocknungsfahrplan über 12 Monate. Für 3 Raummeter ofenfertiges Holz braucht man rund 8 bis 9 laufende Meter Stapelfläche bei 1 Meter Höhe. Nur der Tagesbedarf gehört in einen beheizten Raum.

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Gespaltenes Brennholz trocknet richtig gelagert in etwa einem Jahr unter 20 Prozent Wassergehalt. Das nennt das LWF-Merkblatt 20 für Buche, Fichte und Kiefer. Ungespaltenes Holz braucht bis zu 2 Jahre. Für Eiche, Birke und Ahorn nennt das Merkblatt keine eigenen Zeiträume.

Die Dauer hängt weniger von der Holzart ab als vom Lagerplatz. Sonne erwärmt das Holz, Wind trägt die Feuchte ab. Ein schattiger, windstiller Platz verlängert die Trocknung deutlich. Bei zu langsamer Trocknung kann Laubholz laut LWF „verstocken“: Pilze zersetzen es, das Holz wird leicht und mürbe und verliert Heizwert.

Ob das Holz fertig ist, zeigt nur die Messung im Kern. Wie das geht, erklärt der Artikel Restfeuchte von Brennholz: Grenzwert und richtig messen.

Wie sieht ein Trocknungsfahrplan über 12 Monate aus?

Der 12-Monats-Trocknungsfahrplan folgt den Empfehlungen der LWF: Fällen im Winter, Spalten im Frühjahr, offene Sommertrocknung, Abdecken im Herbst, Verfeuern im nächsten Winter. Wer im Herbst Holz kauft, das noch nicht trocken ist, startet mitten im Plan und heizt damit frühestens im Folgejahr.

ZeitraumSchrittWarum
Dezember – FebruarHolz fällen oder kaufenDie LWF empfiehlt den Einschlag im Winter.
Februar – AprilAuf Ofenlänge sägen und spaltenGespaltene, kurze Scheite trocknen schneller.
April – SeptemberOffen, sonnig und windig stapelnSonne und Wind machen den Großteil der Trocknung.
September – OktoberStapel oben abdecken, Probe messenHerbstregen vom Holz fernhalten.
ab NovemberVerfeuern, Tagesbedarf ins Haus holenHolz liegt jetzt unter 20 % Wassergehalt.

Wo lagert man Brennholz am besten?

Am besten lagert Brennholz an einer Süd- oder Westseite des Hauses oder an einem sonnigen, windigen Platz im Garten. Die LWF nennt Waldränder und die Süd- und Westseiten von Gebäuden als geeignete Orte. Entscheidend ist, dass Sonne auf den Stapel fällt und Luft hindurchzieht.

Für den Aufbau gibt die LWF 4 Regeln vor:

  • Unterbau: Paletten oder Rundhölzer, damit keine Bodenfeuchte aufsteigt.
  • Wandabstand: Unter einem Vordach oder in einer luftigen Holzhütte mindestens 10 Zentimeter zur Wand.
  • Stapelform: Kreuzstapel oder Gitterboxen, weil dort besonders viel Luft zirkuliert.
  • Regenschutz: Spätestens nach der Sommertrocknung oben abdecken, die Seiten offen lassen.

Ein Unterstand mit Dach und offenen Seiten erfüllt alle 4 Regeln auf einmal. Lattenwände mit Lücken lassen Wind durch und halten Schlagregen ab. Geschlossene Holzschuppen ohne Lüftung eignen sich nur für bereits trockenes Holz.

Wie viel Platz braucht man für Brennholz?

Ein Raummeter ofenfertiger 33-Zentimeter-Scheite braucht bei 1 Meter Stapelhöhe knapp 3 laufende Meter in einem 33 Zentimeter tiefen Regal. Für 3 Raummeter sind das rund 8 bis 9 Meter Wandlänge. Bei 1,5 Meter Höhe reichen etwa 6 Meter.

Die Rechnung ist einfach: Raummeter geteilt durch Stapeltiefe mal Stapelhöhe ergibt die Länge. Ein Raummeter ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz, gemessen bei 1 Meter langen Scheiten. Auf 33 Zentimeter gekürzt liegen die Scheite etwas dichter, deshalb „knapp“ 3 Meter. Wie viel Holz eine Saison braucht, schätzt der Kamin-Rechner.

💡 Zwei Lager statt eines

Wer jedes Jahr Holz nachkauft, braucht eigentlich 2 Lagerplätze: einen für das trockene Holz dieses Winters und einen für das frische Holz des nächsten. Stehen beide im selben Stapel, landet frisches Holz schnell im Ofen. Eine einfache Lösung ist ein Unterstand mit 2 Fächern und einem Schild mit dem Einlagerungsjahr. Wer nur ein Fach hat, kauft besser kammergetrocknetes oder nachweislich trockenes Holz kurz vor der Heizsaison und lagert es nur noch trocken ein.

Welche Fehler verhindern das Trocknen?

Die LWF nennt 2 Fehler ausdrücklich: frisches Holz im Keller oder in geschlossenen Räumen lagern und Stapel komplett in Plastikplane einpacken. In beiden Fällen kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Unter Plane bildet sich zudem Kondenswasser.

Weitere typische Fehler sind Stapel direkt auf Erde oder Rasen, Stapel ohne Wandabstand an einer Nordseite und ungespaltene Rundlinge. Eine Plane gehört nur oben auf den Stapel, so dass die Seiten frei bleiben.

Darf Brennholz im Haus gelagert werden?

Im Haus gehört nach LWF nur der Tagesbedarf, möglichst in einem beheizten Raum. Dort trocknet er die letzten Prozent ab und brennt besser an. Größere Mengen gehören nach draußen, frisches Holz nie in den Keller.

Für den Tagesbedarf am Ofen eignet sich ein Holzkorb oder eine Holzlege aus Metall, mit dem Abstand zum Ofen, den der Hersteller vorgibt. Mehr dazu im Artikel Kaminofen-Zubehör: Was man wirklich braucht. Holzarten, Heizwerte und Preise behandelt der Hauptartikel Kaminholz: Holzarten, Restfeuchte, Lagern und Preise.

💬 Meine Einschätzung

Beim Planen eines Kaminofens denkt kaum jemand an den Holzplatz. Dabei ist er genauso wichtig wie der Schornstein. Ohne sonnigen, luftigen Platz für mindestens ein Jahr Vorrat heizt man entweder mit feuchtem Holz oder kauft jedes Jahr teures, bereits getrocknetes Holz. Wer gerade ein Haus übernimmt, sollte den Lagerplatz deshalb gleich mit einplanen: Südwand, Vordach, Paletten. Das kostet wenig und entscheidet darüber, wie gut der Ofen später brennt.

Häufige Fragen zum Lagern von Brennholz

Diese Fragen tauchen beim Lagern von Brennholz regelmäßig auf.

Darf Brennholz an der Hauswand gestapelt werden?

Ja, mit mindestens 10 Zentimetern Abstand und Dach darüber, so die LWF. Der Abstand verhindert, dass Feuchtigkeit an der Wand stehen bleibt und das Holz an der Rückseite nicht trocknet.

Wie lange ist trockenes Brennholz haltbar?

Trocken und gut belüftet gelagertes Holz bleibt mehrere Jahre brennbar. Liegt es zu lange feucht oder ohne Luft, kann es verstocken und an Heizwert verlieren. Ein trockener Platz mit Dach erhält die Qualität.

Hilft es, Brennholz im Heizungskeller zu trocknen?

Für frisches Holz rät die LWF davon ab: Die Feuchtigkeit bleibt im Raum und das Holz trocknet kaum. Bereits trockenes Holz kann in einem gut belüfteten Raum lagern.

Quellen und weiterführende Literatur

  • LWF-Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“ · lwf.bayern.de · Trocknungsdauer, Lagerregeln, Verstocken, Dezember 2023.
  • Kamin-Rechner · romantik-kamine.de · Schätzung des Brennholzbedarfs pro Saison.