Ein Kaminofen ist ein fertig gekauftes Gerät, das schnell Wärme abgibt. Ein Kachelofen wird vom Ofenbauer vor Ort gesetzt und speichert je nach Bauart viel Wärme in seiner Masse. Der Kaminofen passt zur schnellen Nachrüstung, der Kachelofen zur geplanten Dauerlösung mit gleichmäßiger Strahlungswärme über viele Stunden.
Kachelofen ist ein Oberbegriff für 3 Bauarten: den Grundofen mit großer Speichermasse und Heizgaszügen, den Warmluftkachelofen mit Heizeinsatz und wenig Speichermasse und den Kombiofen aus beidem. Ein Grundofen wird kurz mit voller Last befeuert und gibt die Wärme über mehrere Stunden ab, ohne dass nachgelegt wird. Ein Kaminofen heizt schnell auf und kühlt schnell ab. Rechtlich brauchen neue Grundöfen seit 2015 eine nachgeschaltete Staubminderung, Kaminöfen und Kachelofeneinsätze eine Typprüfung nach Stufe 2.
Was ist der Unterschied zwischen Kachelofen und Kaminofen?
Der wichtigste Unterschied liegt in Bauweise und Speichermasse. Ein Kaminofen kommt fertig aus dem Werk, wird aufgestellt und angeschlossen. Ein Kachelofen wird vom Ofenbauer individuell gesetzt, ist fest mit dem Haus verbunden und hat meist deutlich mehr Masse, die Wärme aufnimmt und langsam abgibt.
| Merkmal | Kaminofen | Kachelofen (Grundofen) |
|---|---|---|
| Herstellung | Fertiggerät aus dem Werk | vor Ort vom Ofenbauer gesetzt |
| Speichermasse | gering bis mittel | hoch |
| Wärmeabgabe | schnell, solange das Feuer brennt | langsam, über mehrere Stunden nach dem Abbrand |
| Nachlegen | regelmäßig | ein Abbrand, dann kein Nachlegen |
| Planung | auch kurzfristig nachrüstbar | früh einplanen, Fundament und Gewicht klären |
| Nachweis 1. BImSchV | Typprüfung, Stufe 2 | Staubminderung bei Errichtung ab 2015 |
Welche Arten von Kachelöfen gibt es?
Es gibt 3 Bauarten: Grundofen, Warmluftkachelofen und Kombiofen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Wärme sie speichern und ob sie eher über Strahlung oder über warme Luft heizen. Die äußere Hülle besteht meist aus Ofenkacheln, Kachelsteinen oder Putz.
Grundofen
Der Grundofen ist der klassische Speicherofen. Die Abgase strömen durch Heizgaszüge und geben ihre Wärme an eine große Speichermasse aus Schamotte, Kacheln, Putz oder Speckstein ab. Man befeuert ihn kurz mit voller Last, danach gibt er die Wärme laut energie-fachberater.de über mehrere Stunden ab, ohne dass nachgelegt werden muss. Warme Ofenbänke sind typisch.
Warmluftkachelofen
Der Warmluftkachelofen hat einen Heizeinsatz in einer gemauerten Heizkammer. Raumluft strömt unten ein, erwärmt sich und tritt oben durch Gitter wieder aus. Über Warmluftkanäle lassen sich auch Nachbarräume heizen. Er gibt schneller Wärme ab, speichert aber weniger und braucht nach dem Abbrand neues Holz.
Kombiofen
Der Kombiofen verbindet einen Warmluftofen mit einem nachgeschalteten mineralischen Speicher. Er wird schneller warm als ein Grundofen und wärmt länger nach als ein reiner Warmluftofen, erreicht aber nicht die Speicherleistung eines Grundofens.
Welcher Ofen passt, zeigt ein Blick auf den eigenen Tag. Wer abends nach Hause kommt und den Raum in einer Stunde warm haben möchte, ist mit einem Kaminofen besser bedient. Wer tagsüber zu Hause ist oder morgens einmal anheizt und bis zum Abend gleichmäßige Wärme möchte, profitiert von der Speichermasse eines Grundofens. Dazwischen liegen Kaminöfen mit Speckstein oder Speichersteinen und Kombiöfen. Erst wenn klar ist, wann die Wärme gebraucht wird, lohnt der Vergleich von Optik und Preis.
Welche Vorschriften gelten für Kachelöfen?
Für Grundöfen, die nach dem 31. Dezember 2014 errichtet werden, verlangt die 1. BImSchV in § 4 Abs. 5 eine nachgeschaltete Staubminderung nach dem Stand der Technik. Ausgenommen sind Kachelofeneinsätze mit Füllfeuerung, wenn die Grenzwerte durch eine Messung des Schornsteinfegers oder eine Typprüfung des Feuerraums belegt sind.
Kachelofeneinsätze, also industriell gefertigte Heizeinsätze für Warmluft- und Kombiöfen, müssen wie Kaminöfen die Grenzwerte der Stufe 2 einhalten: 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid. Ihr Mindestwirkungsgrad liegt laut Anlage 4 bei 80 Prozent. Für Kaminöfen mit Flachfeuerung sind es 73 Prozent. Welche Filter zugelassen sind, erklärt Feinstaubfilter für Kaminöfen. Alte Grundöfen sind von den Austauschfristen ausgenommen, siehe 1. BImSchV für Kaminöfen.
Was kosten Kachelofen und Kaminofen im Vergleich?
Ein Grundofen ist wegen der Handarbeit und der Masse in der Regel deutlich teurer als ein Kaminofen. Das Portal energie-fachberater.de nennt für Grundöfen Preise ab 5.000 Euro. Bei beiden kommen Anschluss, Abnahme und gegebenenfalls ein neuer Schornstein hinzu.
Bei den laufenden Kosten entscheidet das Brennholz. Ein Speicherofen nutzt einen kurzen, heißen Abbrand. Ein Kaminofen wird über längere Zeit befeuert. Wie viel Holz ein Raum braucht, schätzt der Kamin-Rechner, aktuelle Preise stehen in Was kostet Brennholz?.
Ein Grundofen wiegt viel und braucht eine massive Gründung oder eine ausreichend tragfähige Decke. Das gehört vor der Planung geklärt, im Altbau mit einem Statiker. Auch ein Kachelofen darf erst nach der Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger in Betrieb gehen.
💬 Meine EinschätzungFür unser Haus habe ich mich für einen Kaminofen mit Speichersteinen entschieden. Das ist ein Mittelweg zwischen beiden Welten: ein Fertiggerät wie jeder Kaminofen, aber mit zusätzlicher Masse, die nach dem Abbrennen Restwärme abgeben soll, damit das Zimmer über Nacht nicht komplett auskühlt. Wer neu baut oder ohnehin saniert, sollte den Grundofen aber ernsthaft prüfen. Gleichmäßige Wärme über viele Stunden ist mit einem normalen Kaminofen nicht zu erreichen.
- Kaminofen: Fertiggerät, schnell warm, schnell kalt.
- Kachelofen: vom Ofenbauer gesetzt, als Grundofen, Warmluftofen oder Kombiofen.
- Grundofen: ein Abbrand, Wärmeabgabe über mehrere Stunden.
- Neue Grundöfen ab 2015 brauchen eine Staubminderung.
- Auswahl nach Tagesablauf: schnelle Wärme oder gleichmäßige Wärme.
Häufige Fragen zu Kachelofen und Kaminofen
Diese Fragen tauchen beim Vergleich der beiden Ofenarten am häufigsten auf.
Ist ein Kaminofen mit Kacheln ein Kachelofen?
Nein. Ein Kaminofen mit Keramik- oder Kachelverkleidung bleibt ein Fertiggerät. Die Verkleidung speichert etwas Wärme, erreicht aber nicht die Masse eines gesetzten Grundofens.
Kann ein Kachelofen das ganze Haus heizen?
Ein Warmluftkachelofen kann über Luftkanäle Nachbarräume mitheizen, eine wasserführende Variante kann die Zentralheizung unterstützen. Ein ganzes Haus allein zu heizen gelingt nur in passend geplanten Gebäuden.
Wer baut einen Kachelofen?
Grundöfen und Kachelöfen setzt ein Ofen- und Luftheizungsbauer, also ein Fachbetrieb des Ofenbauerhandwerks. Er plant Heizgaszüge, Speichermasse und Anschluss passend zum Raum.
Den Überblick über alle Bauarten von Kaminöfen gibt Kaminofen: Bauarten, Leistung und Auswahl im Überblick. Wie Speckstein Wärme speichert, erklärt Specksteinofen: Wie lange speichert Speckstein Wärme?.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.
- Kachelofen · energie-fachberater.de · Grundofen, Warmluftkachelofen, Kombination, Kosten.
- Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV), § 4 und Anlage 4 · gesetze-im-internet.de · Staubminderung bei Grundöfen, Grenzwerte und Wirkungsgrade.


