Ein Heizkamin ist ein eingebauter Kamin mit geschlossenem Heizeinsatz, Tür und Sichtscheibe, um den eine Verkleidung gebaut wird. Anders als der offene Kamin heizt er effektiv, anders als der Kaminofen ist er fest mit dem Raum verbunden. Der Einsatz muss die Grenzwerte der Stufe 2 und einen Mindestwirkungsgrad von 75 Prozent erfüllen.
Ein Heizkamin besteht aus 3 Teilen: dem Kamineinsatz als Feuerraum, der Verkleidung aus Putz, Stein, Keramik oder Platten und dem Anschluss an den Schornstein. Kamineinsätze für den geschlossenen Betrieb sind nach DIN EN 13229 geprüft und müssen laut 1. BImSchV Stufe 2 erfüllen: 0,04 g/m³ Staub, 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid, Mindestwirkungsgrad 75 Prozent. Die Wärme kommt über die Scheibe als Strahlung und über Luftgitter als Warmluft in den Raum. Mit Speichermasse in der Verkleidung wird daraus ein Kombiofen mit längerer Nachwärme.
Wie ist ein Heizkamin aufgebaut?
Ein Heizkamin besteht aus Kamineinsatz, Verkleidung und Abgasanschluss. Der Kamineinsatz ist ein industriell gefertigter Feuerraum mit Tür und Scheibe. Um ihn herum baut der Fachbetrieb eine Verkleidung, oft mit einer Heizkammer, in der sich Luft erwärmt. Oben tritt die warme Luft durch Gitter aus, unten strömt Raumluft nach.
Diese Bauweise entspricht dem Warmluftprinzip, das energie-fachberater.de für Warmluftkachelöfen beschreibt: Raumluft wird unten angesaugt, erwärmt und über Luftgitter abgegeben. Über Warmluftkanäle lassen sich auch Nachbarräume mitheizen. Dazu kommt die Strahlungswärme der Sichtscheibe.
Was unterscheidet Heizkamin, Kaminofen und offenen Kamin?
Der Heizkamin liegt zwischen Kaminofen und Kachelofen. Wie der Kaminofen hat er einen geprüften, geschlossenen Feuerraum. Wie der Kachelofen wird er vor Ort gebaut und individuell gestaltet. Vom offenen Kamin unterscheidet ihn die Tür, die eine kontrollierte Verbrennung und regelmäßiges Heizen erlaubt.
| Merkmal | Heizkamin | Kaminofen | Offener Kamin |
|---|---|---|---|
| Feuerraum | geschlossener Einsatz | geschlossenes Fertiggerät | offen, ohne Tür |
| Aufbau | vor Ort verkleidet | frei stehend | gemauert |
| Mindestwirkungsgrad | 75 % | 73 % (Flachfeuerung) | keine Vorgabe |
| Betrieb | regelmäßiges Heizen | regelmäßiges Heizen | nur gelegentlich |
Die Regeln für offene Kamine erklärt Offener Kamin: Was erlaubt die 1. BImSchV?, den Vergleich mit dem Kachelofen Kachelofen oder Kaminofen.
Derselbe Kamineinsatz kann sich je nach Verkleidung sehr unterschiedlich verhalten. Eine leichte Verkleidung aus Platten mit großen Luftgittern macht den Heizkamin zur schnellen Warmluftheizung. Eine schwere Verkleidung mit Speichermasse oder nachgeschalteten Heizgaszügen macht ihn zum Kombiofen, der länger nachwärmt. Wer einen Heizkamin plant, sollte deshalb nicht nur den Einsatz, sondern auch die Verkleidung nach dem gewünschten Wärmeverhalten auswählen und das mit dem Fachbetrieb besprechen.
Welche Vorschriften gelten für Heizkamine?
Kamineinsätze für den geschlossenen Betrieb sind in Anlage 4 der 1. BImSchV mit Verweis auf DIN EN 13229 geregelt. Seit 2015 gilt Stufe 2 mit 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid, dazu ein Mindestwirkungsgrad von 75 Prozent. Der Hersteller belegt das mit einer Typprüfung.
Für die Verkleidung gelten die Abstände und Brandschutzregeln der Feuerungsverordnung und der Montageanleitung. Vor der Feuerungsöffnung braucht es einen nichtbrennbaren Bodenbelag, mindestens 50 cm nach vorn und 30 cm zur Seite. Den Anschluss und die Abnahme beschreibt Kaminofen einbauen: Ablauf, Kosten und Abnahme, die Grenzwerte im Detail 1. BImSchV für Kaminöfen.
Verkleidung und Heizkammer müssen nach den Vorgaben des Einsatzherstellers gebaut werden, mit den vorgeschriebenen Dämmstoffen, Luftquerschnitten und Abständen. Fehler bei der Wärmeabfuhr können zu Überhitzung führen. Der Bau gehört in die Hände eines Ofen- und Luftheizungsbauers, die Abnahme macht der Bezirksschornsteinfeger.
💬 Meine EinschätzungDer Heizkamin ist die Lösung für alle, die eine große Scheibe und eine eingebaute Optik möchten, ohne auf einen gesetzten Kachelofen zu gehen. Er braucht aber mehr Planung als ein Kaminofen, weil Verkleidung, Luftführung und Anschluss zusammenpassen müssen. Für ein bestehendes Haus mit offenem Kamin kann der Umbau zum Heizkamin der naheliegende Schritt sein, um regelmäßig heizen zu dürfen.
- Heizkamin = geschlossener Kamineinsatz plus Verkleidung plus Schornsteinanschluss.
- Wärme über Scheibe als Strahlung und über Luftgitter als Warmluft.
- Einsatz nach DIN EN 13229, Stufe 2, Mindestwirkungsgrad 75 Prozent.
- Mit Speichermasse wird daraus ein Kombiofen mit längerer Nachwärme.
- Bau durch den Fachbetrieb nach Herstellervorgaben, Abnahme durch den Schornsteinfeger.
Häufige Fragen zum Heizkamin
Diese Fragen tauchen bei der Planung häufig auf.
Kann man einen offenen Kamin zum Heizkamin umbauen?
Ja, mit einem passenden Kamineinsatz. Ob er in die vorhandene Öffnung passt und der Schornstein zum Einsatz passt, klären Fachbetrieb und Bezirksschornsteinfeger. Nach dem Umbau folgt eine neue Abnahme.
Gibt es wasserführende Heizkamine?
Ja, es gibt Kamineinsätze mit Wassertasche. Sie geben einen Teil der Wärme an die Heizung ab und brauchen Pufferspeicher und Sicherheitstechnik. Details in Wasserführender Kaminofen: Wann lohnt er sich?.
Wer baut einen Heizkamin?
In der Regel ein Ofen- und Luftheizungsbauer. Er plant Einsatz, Verkleidung und Luftführung passend zum Raum und zum Schornstein.
Den Überblick über alle Feuerstätten gibt Kaminofen: Bauarten, Leistung und Auswahl im Überblick.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.
- Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV), § 4 und Anlage 4 · gesetze-im-internet.de · Kamineinsätze, Grenzwerte, Mindestwirkungsgrad, offene Kamine.
- Kachelofen · energie-fachberater.de · Warmluftprinzip, Kombination mit Speicher.
- Muster-Feuerungsverordnung (MFeuV), § 4 · is-argebau.de · Bodenbelag vor der Feuerungsöffnung.


