Ein Kaminofen wird in 6 Schritten eingebaut: Schornsteinfeger fragen, Ofen passend auswählen, Aufstellort vorbereiten, Ofen anschließen, Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger, Einweisung und erstes Anheizen. Befeuert werden darf er erst nach der Abnahme. Die Kosten hängen vor allem davon ab, ob ein passender Schornstein schon vorhanden ist.
Vor dem Kauf klärt der Bezirksschornsteinfeger, ob und wie der Ofen an den Schornstein darf. Am Aufstellort gelten ohne Herstellerangaben 40 cm Abstand zu brennbaren Bauteilen und ein nichtbrennbarer Bodenbelag von 50 cm nach vorn und 30 cm zur Seite. Nach dem Anschluss bescheinigt der Bezirksschornsteinfeger, dass die Abgasanlage sicher benutzbar ist. Erst dann darf geheizt werden. Innerhalb eines Jahres muss er den Betreiber außerdem zur Bedienung beraten. Vom Arbeitslohn des Handwerkers lassen sich 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr, von der Steuer absetzen.
Wie läuft der Einbau eines Kaminofens ab?
Der Einbau folgt einer festen Reihenfolge: erst Klärung mit dem Schornsteinfeger, dann Auswahl, Vorbereitung, Anschluss, Abnahme und Einweisung. Wer mit dem Ofenkauf beginnt und den Schornsteinfeger erst zur Abnahme holt, riskiert, dass der Ofen nicht passt oder nachgerüstet werden muss.
| Schritt | Was passiert | Wer |
|---|---|---|
| 1. Vorab-Klärung | Schornstein, Anschlussmöglichkeit, Mündungshöhe, Lüftung im Haus | Bezirksschornsteinfeger |
| 2. Auswahl | Leistung, Bauart, Anschlussposition, Nachweise | Käufer, Fachhändler |
| 3. Aufstellort | Abstände, Bodenschutz, Tragfähigkeit, Wanddurchführung | Fachbetrieb oder Käufer |
| 4. Anschluss | Ofen aufstellen, Rauchrohr montieren, ggf. Außenluft | Fachbetrieb |
| 5. Abnahme | Prüfung von Anschluss, Abständen und Unterlagen, Bescheinigung | Bezirksschornsteinfeger |
| 6. Einweisung | Bedienung, Brennholz, Lagerung, erstes Anheizen | Schornsteinfeger, Fachbetrieb |
Was klärt man vor dem Kauf mit dem Schornsteinfeger?
Vor dem Kauf klärt man mit dem Bezirksschornsteinfeger, ob der vorhandene Schornstein für einen Holzofen geeignet und frei ist, welche Leistung er verträgt und ob die Mündung die Regeln der 1. BImSchV erfüllt. Er kennt das Haus aus der Feuerstättenschau und weiß, welche Feuerstätten schon angeschlossen sind.
Wichtig sind auch Dunstabzug, Lüftungsanlage und Abluft-Trockner. Sie können Unterdruck erzeugen, der einem raumluftabhängigen Ofen die Luft nimmt. Dann kommt ein raumluftunabhängiger Ofen oder eine Sicherheitseinrichtung in Frage. Wie der Schornstein aufgebaut sein muss, erklärt Schornstein: Aufbau, Arten und Anforderungen für Kaminöfen, die Regeln für die Mündung stehen in Wie hoch muss ein Schornstein sein?.
Wie bereitet man den Aufstellort vor?
Am Aufstellort zählen Abstände, Bodenschutz und Tragfähigkeit. Zu brennbaren Bauteilen gelten die Abstände aus der Herstelleranleitung, ohne Angabe mindestens 40 cm. Auf brennbarem Boden muss ein nichtbrennbarer Belag mindestens 50 cm nach vorn und 30 cm zur Seite über die Feuerungsöffnung reichen.
Diese Werte stammen aus § 4 der Muster-Feuerungsverordnung, die die Länder in eigene Verordnungen übernommen haben. Für den Bodenschutz eignet sich eine Funkenschutzplatte aus Glas, Stahl oder Stein. Speicheröfen mit Speckstein- oder Keramikverkleidung sind deutlich schwerer als reine Stahlöfen. Bei Holzbalkendecken sollte man vorab klären, ob der Boden das Gewicht trägt.
Verläuft das Rauchrohr durch eine Wand in den Schornstein, braucht es ein passendes Wandfutter. Das Rauchrohr sollte so kurz und gerade wie möglich sein, weil lange waagerechte Strecken und viele Bögen den Zug bremsen. Was sonst an Zubehör nötig ist, steht in Kaminofen-Zubehör: Was man wirklich braucht.
Die Abnahme geht schneller, wenn alle Unterlagen in einer Mappe bereitliegen: Bedienungs- und Montageanleitung des Ofens, Herstellerbescheinigung über die Einhaltung der Stufe 2 der 1. BImSchV, Leistungserklärung, bei raumluftunabhängigen Öfen die DIBt-Zulassung, Unterlagen zum Schornstein und, falls vorhanden, die Rechnung des Fachbetriebs. Fehlt ein Dokument, kann der Schornsteinfeger die Bescheinigung nicht ausstellen, und der Ofen bleibt kalt. Die Mappe lohnt sich auch später: Bei jedem Ersatzteil und jeder Feuerstättenschau braucht man dieselben Angaben.
Darf man einen Kaminofen selbst anschließen?
Entscheidend ist nicht, wer den Ofen anschließt, sondern dass der Bezirksschornsteinfeger die Anlage vor dem ersten Feuer abnimmt. Ob Eigenmontage im konkreten Fall in Ordnung ist, klärt man am besten vorab mit ihm. Fachbetriebe bringen Erfahrung mit Wanddurchführung und Abdichtung mit und kümmern sich oft um den Termin.
Ein Vorteil des Fachbetriebs zeigt sich auch bei der Steuer: Nur Arbeitslohn aus einer Handwerkerrechnung lässt sich absetzen, Eigenleistung nicht. Bei Arbeiten am Schornstein, etwa beim Einziehen eines Innenrohrs oder dem Bau eines Edelstahlschornsteins, ist ein Fachbetrieb ohnehin der übliche Weg.
Was prüft der Schornsteinfeger bei der Abnahme?
Bei der Abnahme prüft der Bezirksschornsteinfeger Anschluss, Schornstein, Abstände zu brennbaren Bauteilen, Bodenschutz, Verbrennungsluft und die Unterlagen des Ofens. Nach den Landesbauordnungen, die hier der Musterbauordnung folgen, darf eine Feuerstätte erst in Betrieb gehen, wenn er die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat.
Anschließend nimmt er den neuen Ofen in den Feuerstättenbescheid auf. Darin stehen die Kehr- und Prüftermine für Ofen und Schornstein. Die Abnahme ist eine kostenpflichtige Leistung des Schornsteinfegers, die Gebühr hängt vom Aufwand ab.
Vor der Abnahme kein Probefeuer, auch kein kleines. Ein nicht abgenommener Ofen darf nicht betrieben werden, und bei einem Schaden kann das Folgen für den Versicherungsschutz haben. Wer den Termin früh vereinbart, muss nach dem Einbau nicht lange warten. Ein CO-Melder im Aufstellraum gehört ab dem ersten Feuer dazu.
Was passiert nach der Abnahme?
Nach der Abnahme folgen das erste Anheizen nach Herstelleranleitung und innerhalb eines Jahres die Beratung durch den Schornsteinfeger. Die Beratungspflicht steht in § 4 der 1. BImSchV. Sie umfasst die richtige Bedienung, die Lagerung des Brennstoffs und den Umgang mit Holz.
Beim ersten Heizen härtet bei vielen Öfen der Lack aus, das riecht und gehört gut gelüftet. Wie man einheizt und wie lange die ersten Abbrände dauern sollen, beschreibt die Bedienungsanleitung. Ins Feuer gehört nur trockenes Scheitholz mit einer Restfeuchte unter 25 Prozent. Wie man das prüft, steht in Restfeuchte von Brennholz.
Was kostet der Einbau eines Kaminofens?
Die Kosten bestehen aus Ofen, Rauchrohr und Wandfutter, Bodenplatte, Montage, Abnahmegebühr und gegebenenfalls Schornstein. Ist ein geeigneter Schornstein vorhanden, bleibt der Einbau überschaubar. Muss ein neuer Schornstein gebaut oder ein alter saniert werden, ist das oft der größte Posten.
Feste Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie nach Region, Ofen und Bauzustand stark schwanken. Sinnvoll sind 2 bis 3 Angebote mit einzeln aufgeführten Posten. Steuerlich gilt der Einbau laut Lohnsteuerhilfeverein VLH als Handwerkerleistung: 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr, mindern die Einkommensteuer. Materialkosten wie der Ofen selbst zählen nicht dazu.
Welcher Ofen überhaupt passt, erklärt Kaminofen: Bauarten, Leistung und Auswahl im Überblick. Die rechtlichen Grenzwerte stehen in 1. BImSchV für Kaminöfen.
💬 Meine EinschätzungBeim Einbau wird meist auf den Montagetag geschaut. Die eigentliche Arbeit liegt davor: Schornstein klären, Abstände ausmessen, Unterlagen sammeln. Wer das sauber erledigt, hat einen kurzen Einbau und eine schnelle Abnahme. Den Termin mit dem Schornsteinfeger würde ich vereinbaren, sobald der Liefertermin feststeht, nicht erst, wenn der Ofen steht.
- 6 Schritte: Vorab-Klärung, Auswahl, Aufstellort, Anschluss, Abnahme, Einweisung.
- Ohne Herstellerangabe 40 cm zu brennbaren Bauteilen, Bodenschutz 50 cm vorn und 30 cm seitlich.
- Erstes Feuer erst nach der Bescheinigung des Bezirksschornsteinfegers.
- Beratung durch den Schornsteinfeger innerhalb eines Jahres.
- Steuer: 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr.
Häufige Fragen zum Kaminofen-Einbau
Diese Fragen kommen rund um Einbau und Abnahme häufig auf.
Braucht man für einen Kaminofen eine Baugenehmigung?
Für den Einbau eines Kaminofens an einen vorhandenen Schornstein braucht man in der Regel keine Baugenehmigung, wohl aber die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger. Bei einem neuen Außenschornstein, im Denkmalschutz oder bei Mietwohnungen können weitere Zustimmungen nötig sein.
Wie lange dauert der Einbau?
Steht ein geeigneter Schornstein bereit, ist das Aufstellen und Anschließen meist an einem Tag erledigt. Länger dauert es, wenn ein Schornstein gebaut oder saniert werden muss. Dazu kommt die Wartezeit auf den Abnahmetermin.
Was passiert, wenn die Abnahme scheitert?
Dann nennt der Schornsteinfeger die Mängel, etwa zu geringe Abstände, fehlenden Bodenschutz oder fehlende Unterlagen. Nach der Behebung folgt ein neuer Termin. Bis dahin bleibt der Ofen aus.
Ist die Schornsteinfeger-Abnahme bei einem Ofenwechsel nötig?
Ja. Auch wenn ein alter Ofen durch einen neuen ersetzt wird, muss der Bezirksschornsteinfeger die neue Feuerstätte abnehmen. Beim Austausch gelten zudem die Regeln für die Mündungshöhe aus § 19 der 1. BImSchV für wesentlich geänderte Anlagen.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.
- Muster-Feuerungsverordnung (MFeuV), § 4 · is-argebau.de · Abstände zu brennbaren Bauteilen, Bodenbelag vor der Feuerungsöffnung.
- Musterbauordnung (MBO), § 82 · is-argebau.de · Bescheinigung des Bezirksschornsteinfegers vor Inbetriebnahme von Feuerstätten.
- Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV), § 4 und § 19 · gesetze-im-internet.de · Beratungspflicht, Ableitbedingungen beim Austausch.
- Kamin einbauen und Kosten absetzen · vlh.de · Pressemitteilung des Lohnsteuerhilfevereins VLH, 21. November 2022.


