Kaminofen richtig anzünden: Die Anzünden-von-oben-Methode

Beim Anzünden von oben liegen die großen Scheite unten, Anzündholz und Anzünder oben. Das Feuer brennt von oben nach unten, die Holzgase strömen durch die Flamme und verbrennen dabei. Laut Umweltbundesamt entweichen so weniger unverbrannte Gase. Wichtig sind trockenes Holz und offene Luftschieber in der Anzündphase.

📋 Kurz zusammengefasst

Das Umweltbundesamt beschreibt 2 Methoden zum Anzünden: von oben und von unten. Welche passt, steht in der Bedienungsanleitung des Ofens. Beim Anzünden von oben entweichen weniger unverbrannte Gase, es dauert aber etwas länger. In der Anzündphase sind die Emissionen am höchsten, deshalb braucht das Feuer dann viel Luft. Holz mit mehr als 25 Prozent Holzfeuchte, Papierbriketts, lackiertes Holz und Spanplatten sind tabu. Laut TFZ senkt richtige Bedienung den Staub um bis zu 80 Prozent.

Wie funktioniert das Anzünden von oben?

Beim Anzünden von oben wird der Brennstoff umgekehrt geschichtet: unten die großen Scheite, darüber Anzündholz mit Anzünder, obenauf noch etwas dünnes Holz. Das Feuer brennt sich langsam nach unten. Die Gase, die aus dem unteren Holz austreten, steigen durch die Flamme und verbrennen dort, statt ungenutzt in den Schornstein zu ziehen.

Das Umweltbundesamt beschreibt in seinem Ratgeber „Heizen mit Holz“ diese Methode so: Scheite auf den Boden des Brennraums, Anzündholz quer darüber, dazwischen der Anzünder, darüber noch einmal Anzündholz quer. Laut UBA entweichen so weniger unverbrannte Gase, die Methode dauert aber etwas länger als das Anzünden von unten.

Wie zündet man einen Kaminofen Schritt für Schritt an?

Ein sauberes Feuer braucht trockenes Holz, die richtige Schichtung und viel Luft am Anfang. Die folgenden Schritte gelten für die Methode von oben. Wenn die Bedienungsanleitung etwas anderes vorschreibt, gilt die Anleitung.

  1. Holz prüfen: nur naturbelassenes Scheitholz mit weniger als 25 Prozent Holzfeuchte, siehe Restfeuchte von Brennholz.
  2. Aschekasten leeren, damit Luft durch den Rost strömen kann.
  3. Luftschieber öffnen: Primärluft und Sekundärluft ganz auf, eine eventuelle Drosselklappe ebenfalls.
  4. Schichten: 2 bis 3 mittlere Scheite unten, darauf Anzündholz kreuzweise, dazwischen ein Anzünder aus Holzwolle und Wachs.
  5. Anzünden und die Tür schließen oder, wenn die Anleitung das vorsieht, kurz angelehnt lassen.
  6. Luft erst reduzieren, wenn das Holz gut durchbrennt, und nie so weit, dass die Flammen dunkel und träge werden.
💡 Der Sichtcheck nach 15 Minuten

Ob das Anzünden geklappt hat, zeigt ein kurzer Blick nach etwa einer Viertelstunde. Gutes Zeichen: helle, lebhafte Flammen, ein heller Brennraum ohne schwarzen Belag und über dem Dach kaum sichtbarer Rauch. Schlechtes Zeichen: dunkle, träge Flammen, schwarze Scheibe, dichter grauer oder gelblicher Rauch. Das UBA nennt einen hellen Brennraum ohne Rußbelag als Hinweis auf die richtige Luftmenge. Ist das Bild schlecht, zuerst Luft öffnen und die Holzfeuchte prüfen.

Wann und wie viel Holz legt man nach?

Nachgelegt wird, wenn die Flammen zusammengefallen sind und ein Glutbett übrig ist, und zwar lieber öfter kleinere Mengen. Das UBA warnt davor, den Ofen zu überfüllen: Zu viele Gase auf einmal verbrennen unvollständig. Auch zu große Scheite erhöhen die Emissionen deutlich.

Die richtige Menge und Scheitgröße steht in der Bedienungsanleitung. Ein Hersteller gibt für sein Modell mit 6 kW zum Beispiel 5 Scheite mit zusammen rund 1,4 Kilogramm für Nennleistung an. Vor dem Öffnen der Tür die Luft kurz ganz öffnen und die Tür langsam aufziehen, sonst kann Rauch austreten. Mehr dazu in Kaminofen qualmt beim Öffnen der Tür.

Welche Fehler sollte man beim Anheizen vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind feuchtes Holz, zu wenig Luft, zu viel Holz auf einmal und der falsche Brennstoff. Das UBA nennt außerdem den „Gluthaltebetrieb“, also das Glimmenlassen mit stark gedrosselter Luft über Nacht, als besonders schädlich.

  • Kein Papier und keine Pappe als Brennstoff: Papierbriketts und Paraffin-Kaminscheite sind laut UBA in Haushalten nicht erlaubt.
  • Kein behandeltes Holz: Lackiertes Holz, Spanplatten und Holz mit Holzschutzmitteln sind tabu, letzteres kann giftige Dioxine bilden.
  • Keine Brandbeschleuniger: Spiritus oder Grillanzünder in flüssiger Form gehören nicht in den Ofen.
  • Nicht zu früh drosseln: Wird die Luft in der Anzündphase reduziert, verrußt die Scheibe und es entsteht viel Rauch.
⚠️ Wichtiger Hinweis

Laut UBA sind über 90 Prozent der Partikel im Holzrauch Feinstaub, der bis in die Lunge gelangt. Die Anzündphase ist die Phase mit den höchsten Emissionen. Wer hier sorgfältig arbeitet, tut viel für die eigene Gesundheit und die der Nachbarn. Bei kaltem Schornstein hilft ein kleines Lockfeuer, siehe Kamin zieht nicht.

💬 Meine Einschätzung

Das Anzünden von oben fühlt sich am Anfang falsch an, weil man es vom Lagerfeuer anders kennt. Die Logik dahinter überzeugt mich aber: Die Gase müssen durch die Flamme, statt ungenutzt in den Schornstein zu ziehen. Zusammen mit trockenem Holz ist das der günstigste Weg zu einer sauberen Scheibe und weniger Rauch. Wenn die Bedienungsanleitung es erlaubt, würde ich bei einem neuen Ofen von Anfang an so anheizen.

✓ Das Wichtigste in Kürze
  • Von oben: Scheite unten, Anzündholz und Anzünder oben.
  • Anzündphase: alle Luftschieber offen, die Emissionen sind hier am höchsten.
  • Nachlegen auf ein Glutbett, öfter kleine Mengen.
  • Nur naturbelassenes Holz unter 25 Prozent Holzfeuchte.
  • Kein Gluthaltebetrieb, kein Papier, kein behandeltes Holz.

Häufige Fragen zum Anzünden

Diese Fragen tauchen rund ums Anheizen häufig auf.

Ist Anzünden von oben bei jedem Ofen richtig?

Nicht immer. Das UBA nennt beide Methoden und verweist auf die Bedienungsanleitung. Manche Öfen sind für das Anzünden von unten ausgelegt. Die Herstellerangabe hat Vorrang.

Welche Anzünder sind die besten?

Bewährt sind Anzünder aus Holzwolle mit Wachs. Sie brennen lange und gleichmäßig. Papier, Pappe und flüssige Brandbeschleuniger gehören nicht in den Ofen.

Wie lange dauert es, bis der Ofen richtig brennt?

Das hängt von Ofen, Holz und Schornstein ab. Ein guter Anhaltspunkt ist, wenn das untere Holz kräftig durchbrennt und die Flammen hell sind. Erst dann sollte man die Luft nach Anleitung reduzieren.

Warum die Scheibe trotzdem schwarz werden kann, erklärt Kaminscheibe verrußt schnell: 6 Ursachen. Was im Ofen-Alltag sonst nützt, steht in Kaminofen-Zubehör: Was man wirklich braucht.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.

  • Ratgeber Heizen mit Holz · umweltbundesamt.de · Anzündmethoden, Nachlegen, Luftzufuhr, verbotene Brennstoffe, Feinstaub, Stand November 2018.
  • Wie Staubabscheider die Emissionen von Holzöfen reduzieren können · TFZ, SUB 7–9/2025 · Minderung durch richtige Bedienung.
  • Bedienungsanleitung Kaminofen APRICA 2 · Herstellerunterlage (drooff-kaminofen.de) · Brennstoffmenge bei Nennleistung.