Eine Kaminscheibe reinigt man am kalten Ofen mit einem feuchten Küchenpapier, das in feine Holzasche getupft wird. Die Asche wirkt als mildes Putzmittel, danach wird mit einem feuchten und einem trockenen Tuch nachgewischt. Scheuermittel und aggressive Reiniger sind tabu, weil sie Glas und Dichtungen schaden.
Die Bedienungsanleitung des Ofenherstellers Brunner beschreibt die Methode genau: leichten Belag trocken abwischen, stärkeren Belag mit feuchtem Küchenpapier und reiner Holzasche, dann feucht und trocken nachwischen. Gereinigt wird nur das kalte Gerät, die Dichtschnüre müssen dabei trocken bleiben. Scheite, die beim Abbrand an der Scheibe anliegen, können einen dauerhaften Grauschleier verursachen. Wer die Scheibe ständig putzen muss, sollte die Ursache beheben: feuchtes Holz, zu wenig Luft oder ein zu großer Ofen.
Wie reinigt man eine Kaminscheibe richtig?
Am besten mit der Asche-Methode, die auch Hersteller empfehlen. Brunner schreibt in seiner Bedienungsanleitung: leichten Belag mit einem trockenen Lappen abwischen. Bei stärkerer Verschmutzung Küchenpapier mit klarem Wasser anfeuchten, in reine Holzasche tupfen, die Scheibe damit abreiben und mit feuchtem und dann trockenem Papiertuch nachwischen.
- Ofen ganz abkühlen lassen, nie an der warmen Scheibe arbeiten.
- Trocken vorwischen, um losen Ruß zu entfernen.
- Küchenpapier anfeuchten, nur leicht, nicht tropfnass.
- In feine, weiße Holzasche tupfen, ohne Holzkohlestückchen.
- In kreisenden Bewegungen über die Scheibe reiben.
- Feucht nachwischen, trocken polieren.
Wichtig ist, dass die Dichtschnüre an der Tür trocken bleiben. Brunner weist ausdrücklich darauf hin, sie vor Nässe zu schützen, weil Flüssigkeiten ihre Lebensdauer verkürzen.
Die Asche-Methode kostet nichts und ist meist gründlicher als ein Spezialreiniger, weil die feine Asche leicht schmirgelt, ohne zu kratzen. Entscheidend ist feine, weiße Asche aus dem oberen Bereich des Aschebetts. Grobe Holzkohlestücke oder Sand können Kratzer hinterlassen. Ein alter Teller als Asche-Schale und eine Rolle Küchenpapier neben dem Ofen machen die Reinigung zur Routine nach jedem Abend, bevor sich der Belag festsetzt.
Was sollte man beim Reinigen vermeiden?
Zu vermeiden sind Scheuermittel, aggressive Reiniger, Stahlwolle und Reinigung am warmen Ofen. Brunner nennt Scheuermittel und aggressive Reinigungsmittel ausdrücklich als ungeeignet. Sichtscheiben bestehen meist aus Glaskeramik, die sich zerkratzen lässt. Kratzer halten später Ruß noch besser fest.
Auch Sprühreiniger sollte man nicht direkt auf die Scheibe sprühen, sondern auf das Tuch, damit nichts in die Dichtungen läuft. Glasreiniger für Fenster ist für eingebrannten Ruß meist zu schwach. Spezielle Kaminglasreiniger gibt es im Fachhandel, die Anleitung des Ofens hat Vorrang.
Was hilft gegen den Grauschleier?
Ein milchiger Grauschleier, der sich nicht wegputzen lässt, entsteht laut Brunner, wenn Holzscheite während des Abbrands an der Scheibe anliegen. Er kann dauerhaft bleiben. Vorbeugen lässt er sich, indem man die Scheite so einlegt, dass sie die Scheibe nicht berühren.
Ist die Scheibe nach jedem Abend schwarz, liegt das Problem meist nicht am Putzen, sondern an der Verbrennung. Die 6 häufigsten Ursachen erklärt Kaminscheibe verrußt schnell: 6 Ursachen. Oft helfen trockeneres Holz, mehr Luft und das Anzünden von oben.
Nie eine heiße Scheibe mit kaltem Wasser oder nassem Tuch abwischen. Der Temperaturunterschied kann das Glas beschädigen. Ist die Scheibe gesprungen oder sind die Türdichtungen stark beschädigt, darf der Ofen nicht weiter beheizt werden, bis sie ersetzt sind.
💬 Meine EinschätzungDie Asche-Methode wirkt fast zu einfach, um wahr zu sein, aber dass ein Hersteller sie in die eigene Anleitung schreibt, spricht für sich. Ich würde auf teure Spezialreiniger erst zurückgreifen, wenn die Asche nicht mehr reicht. Wichtiger als das Putzmittel ist aber, warum die Scheibe überhaupt schwarz wird. Wer das löst, putzt deutlich seltener.
- Nur am kalten Ofen reinigen.
- Feuchtes Küchenpapier in feine Holzasche tupfen, abreiben, feucht und trocken nachwischen.
- Keine Scheuermittel, keine Stahlwolle, keine aggressiven Reiniger.
- Dichtschnüre trocken halten.
- Grauschleier vermeiden: Scheite nicht an die Scheibe legen.
Häufige Fragen zum Reinigen der Kaminscheibe
Diese Fragen tauchen rund um das Thema häufig auf.
Hilft Zeitungspapier statt Küchenpapier?
Viele nutzen feuchtes Zeitungspapier mit Asche mit ähnlichem Ergebnis. Brunner nennt Küchenpapier. Wichtig ist nur, dass keine groben Partikel an der Scheibe reiben.
Wie oft sollte man die Scheibe reinigen?
Bei Bedarf, am einfachsten kurz nach jedem Abend, wenn der Ofen kalt ist. Frischer Belag lässt sich leichter entfernen als eingebrannter.
Was tun bei eingebranntem Ruß?
Asche-Methode mehrmals wiederholen oder einen Kaminglasreiniger nach Herstellerangabe nutzen, ohne zu schaben. Kratzer machen das Problem dauerhaft schlimmer.
Wie man Brennraum, Aschekasten und Rauchrohr sauber hält, erklärt Kaminofen reinigen: Asche, Brennraum und Rauchrohr.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.
- Bedienungsanleitung Architektur-Kamine · Brunner GmbH (brunner.de) · Reinigung der Sichtscheibe mit Holzasche, Dichtschnüre, Grauschleier.
- Ratgeber Heizen mit Holz · umweltbundesamt.de · Zeichen guter Verbrennung, Stand November 2018.


