Schornsteinbrand: Anzeichen, richtig handeln, vorbeugen

Ein Schornsteinbrand zeigt sich durch starken Rauch, Funkenflug und Flammen an der Mündung sowie laute Strömungsgeräusche im Schornstein. Dann sofort die Feuerwehr unter 112 rufen, Ofentür und Luftklappen schließen und auf keinen Fall mit Wasser löschen. Ursache ist fast immer Ruß aus unvollständiger Verbrennung, vor allem Glanzruß.

📋 Kurz zusammengefasst

Bei einem Schornsteinbrand verbrennt abgelagerter Ruß im Schornstein. Laut Fachzeitschrift „brandwacht“ können im Inneren bis zu 1.000 °C entstehen, Ruß kann auf das Siebenfache seines Volumens aufquellen und den Querschnitt verengen. Auslöser sind feuchtes Holz, zu wenig Verbrennungsluft, falsch dimensionierte Schornsteine, zu lange Ofenrohre und defekte Feuerstätten. Grundregel: kein Wasser. Der Schornstein wird kontrolliert ausgebrannt, Feuerwehr und Bezirksschornsteinfeger arbeiten dabei zusammen. Vorbeugen lässt sich mit trockenem Holz, genug Luft und regelmäßiger Reinigung.

Woran erkennt man einen Schornsteinbrand?

Typische Anzeichen sind starke Rauchentwicklung, Funken und Flammen an der Schornsteinmündung und ein lautes Rauschen oder Brausen im Schornstein. Laut „brandwacht“ melden oft Passanten den Brand, weil der Funkenflug von außen besser zu sehen ist als von innen. In der Wohnung fallen heiße Wände entlang des Schornsteins und Rauchgeruch auf.

Der Brand läuft in 3 Phasen ab: In der Anfangsphase wird der Ruß erhitzt und getrocknet. In der Durchbrandphase verbrennt er unter starkem Funkenflug, Flammen und hörbaren Strömungsgeräuschen. In der Nachheizphase quillt der Ruß laut „brandwacht“ bis auf das Siebenfache seines Volumens auf und kann den Schornstein verstopfen.

Was tun bei einem Schornsteinbrand?

Bei einem Schornsteinbrand gilt: Feuerwehr unter 112 rufen, Luftzufuhr am Ofen schließen, nicht mit Wasser löschen. Wasser verdampft im heißen Schornstein schlagartig. Der Dampf kann den Schornstein beschädigen. Die Feuerwehr lässt den Schornstein kontrolliert ausbrennen.

  1. Notruf 112 wählen und „Schornsteinbrand“ sowie die Adresse nennen.
  2. Ofentür und Luftklappen schließen, kein Holz nachlegen.
  3. Kein Wasser in Ofen oder Schornstein gießen.
  4. Brennbare Gegenstände von Schornsteinwänden und Reinigungsöffnungen in allen Stockwerken und auf dem Dachboden entfernen.
  5. Reinigungsöffnungen geschlossen lassen, bis Feuerwehr oder Schornsteinfeger sie öffnen.
  6. Die Feuerwehr einweisen: Wo stehen Feuerstätten, wie verläuft der Schornstein, wo sind Reinigungsöffnungen?

Die Feuerwehr kontrolliert laut „brandwacht“ die Außenwände aller Stockwerke, oft mit Wärmebildkamera, und alarmiert den Bezirksschornsteinfeger. Der Schornstein wird von oben nach unten gereinigt, die Rückstände werden an der unteren Öffnung entnommen und abgelöscht.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Durch Risse im Schornstein können Rauchgase ins Haus gelangen, besonders wenn der Querschnitt verstopft ist. Räume am Schornstein verlassen, wenn Rauch eindringt. Ein CO-Melder warnt vor Kohlenmonoxid. Laut „brandwacht“ können außerdem freistehende Teile wie Mündungen und Abdeckhauben ohne Vorwarnung abstürzen. Abstand vom Haus halten. Nach dem Brand muss der Schornsteinfeger den Schornstein prüfen, bevor wieder geheizt wird.

Wie entsteht ein Schornsteinbrand?

Ein Schornsteinbrand entsteht, wenn sich Ruß aus unvollständiger Verbrennung im Schornstein ablagert und entzündet. Bei festen Brennstoffen unterscheidet man Schmierruß, Glanzruß und Hartruß. Glanzruß ist besonders gefährlich, weil er hart, glänzend und schwer zu entfernen ist und gut brennt.

Laut „brandwacht“ sind typische Auslöser zu feuchtes Holz, Sauerstoffmangel, falsch dimensionierte Schornsteine, zu lange Ofenrohre und defekte Feuerstätten. Das Umweltbundesamt nennt Glanzruß ausdrücklich als Ursache für Schornsteinbrände und warnt vor dem sogenannten Gluthaltebetrieb mit stark gedrosselter Luft.

💡 Die 3 Warnzeichen für Glanzruß

Glanzruß kündigt sich an, bevor er brennt. 1. Die Scheibe verrußt schnell und bleibt auch bei offener Luft schwarz. 2. Die Asche enthält viele unverbrannte Stücke und Kohle statt feiner weißer Asche, ein Zeichen schlechter Verbrennung laut UBA. 3. Am Rauchrohr oder an der Reinigungsöffnung zeigen sich glänzend schwarze, teerartige Beläge. Wer eines davon bemerkt, sollte Holzfeuchte und Luftführung prüfen und den Schornsteinfeger um eine Kontrolle bitten, bevor die Heizsaison weitergeht.

Wie beugt man einem Schornsteinbrand vor?

Vorbeugen lässt sich mit trockenem Holz, ausreichend Verbrennungsluft, einem passenden Schornstein und regelmäßiger Reinigung. Holz gehört nur mit weniger als 25 Prozent Holzfeuchte in den Ofen. Die Luft wird nie so weit gedrosselt, dass das Feuer nur noch glimmt. Ofen und Schornstein lässt man laut UBA vor jeder Heizsaison von einer Fachkraft prüfen.

Wie oft gekehrt wird, legt der Feuerstättenbescheid fest. Wie man Holz trocknet und richtig anzündet, erklären Brennholz lagern und trocknen und Kaminofen richtig anzünden. Ob der Schornstein zum Ofen passt, behandelt Schornstein: Aufbau, Arten und Anforderungen.

💬 Meine Einschätzung

Der wichtigste Satz zum Schornsteinbrand ist auch der, der am wenigsten intuitiv ist: kein Wasser. Bei jedem anderen Feuer würde man löschen wollen. Ich finde es deshalb sinnvoll, die Schritte einmal mit allen im Haushalt durchzugehen, bevor die Heizsaison beginnt. Noch wichtiger ist aber, dass es gar nicht so weit kommt. Trockenes Holz und offene Luft sind dafür die einfachste Versicherung.

✓ Das Wichtigste in Kürze
  • Anzeichen: Rauch, Funken, Flammen an der Mündung, lautes Rauschen.
  • Sofort 112 rufen, Ofen und Luftklappen schließen.
  • Niemals mit Wasser löschen.
  • Im Schornstein bis zu 1.000 °C, Ruß quillt bis zum Siebenfachen auf.
  • Vorbeugen: trockenes Holz, genug Luft, regelmäßig kehren lassen.

Häufige Fragen zum Schornsteinbrand

Diese Fragen tauchen rund um Schornsteinbrände häufig auf.

Hält ein Schornstein einen Brand aus?

Schornsteine für feste Brennstoffe müssen rußbrandbeständig sein. Laut „brandwacht“ müssen sie einen Feuerwiderstand von 90 Minuten aufweisen. Trotzdem können Risse entstehen, deshalb prüft der Schornsteinfeger nach jedem Brand.

Wer zahlt nach einem Schornsteinbrand?

Das hängt vom Einzelfall und vom Versicherungsvertrag ab. Wer Schäden feststellt, meldet sie zeitnah der Gebäudeversicherung und hebt die Unterlagen von Feuerwehr und Schornsteinfeger auf.

Was ist der Unterschied zwischen Glanzruß und Versottung?

Glanzruß ist ein brennbarer Belag aus unvollständiger Verbrennung. Versottung ist die Durchfeuchtung des Schornsteins mit Kondensat aus abgekühlten Abgasen. Beide haben oft dieselben Ursachen: feuchtes Holz und zu kühle Abgase.

Weitere Probleme rund um den Ofen löst Kamin zieht nicht: Ursachen finden und beheben.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.

  • Schornsteinbrände · Christoph Wasser, Staatliche Feuerwehrschule Regensburg · brandwacht 6/2023, S. 238–240 · Ursachen, Verlauf, Temperaturen, Verhalten, Gefahren.
  • Ratgeber Heizen mit Holz · umweltbundesamt.de · Glanzruß, Gluthaltebetrieb, Zeichen guter Verbrennung, Wartung, Stand November 2018.
  • Muster-Feuerungsverordnung (MFeuV), § 7 · is-argebau.de · Rußbrandbeständigkeit von Schornsteinen.