Ein Ethanolkamin ist gefährlich, wenn er falsch befüllt, falsch gezündet oder in zu kleinen, schlecht gelüfteten Räumen betrieben wird. Die Hauptrisiken sind Stichflammen beim Nachfüllen, Verpuffungen beim Zünden, umkippende Geräte und belastete Raumluft. Verbraucherzentrale NRW und Stiftung Warentest raten in Haushalten mit Kindern oder Haustieren davon ab.
Ethanol bildet laut Verbraucherzentrale NRW schon ab 21 °C mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Stiftung Warentest nennt 3 typische Unfallmuster: Nachfüllen in ein warmes Gerät, Zünden über angesammeltem Brennstoffgas und Umkippen wackeliger Modelle. Ethanol brennt bei Tageslicht fast unsichtbar. In der Raumluft wurden trotz Lüftung Formaldehyd, Benzol und Stickstoffdioxid gemessen, in einem französischen Test 13 mg/m³ Kohlenmonoxid. Brennendes Ethanol nie mit Wasser löschen, sondern mit Löschdecke oder Schaumlöscher.
Welche Unfälle passieren mit Ethanolkaminen?
Stiftung Warentest nennt in ihrem Ratgeber vom Dezember 2025 3 typische Unfallmuster.
- Nachfüllen in ein warmes Gerät: Ethanol verdampft an heißen Flächen und entzündet sich als Stichflamme.
- Zünden über angesammeltem Gas: Hat sich Ethanoldampf über dem Brenner gesammelt, etwa nach einem ersten erfolglosen Zündversuch, verpufft er beim Zünden.
- Umkippen: Hohe, schmale Stand- oder Stelenmodelle kippen leicht, das brennende Ethanol läuft aus.
Wie ernst das sein kann, zeigt ein Fall, über den Stiftung Warentest berichtet: Ein 53-Jähriger starb 2023 nach einer Ethanol-Verpuffung auf einer Geburtstagsfeier. Erschwerend kommt hinzu, dass Ethanol bei Tageslicht fast unsichtbar brennt. Man sieht oft nicht, ob der Brenner noch an ist.
Wie schädlich ist ein Ethanolkamin für die Raumluft?
Bei vollständiger Verbrennung entstehen Kohlendioxid und Wasserdampf, bei unvollständiger zusätzlich Schadstoffe. Die Verbraucherzentrale NRW verweist auf Messungen, bei denen Formaldehyd, Benzol und Stickstoffdioxid trotz vorschriftsmäßiger Lüftung nachgewiesen wurden. Formaldehyd und Benzol gelten als krebserzeugend, dazu kommen sehr feine Partikel.
Das französische Verbrauchermagazin 60 Millions de consommateurs hat 2021 zwei Ethanolkamine gemessen. Laut Stiftung Warentest lag die Kohlenmonoxid-Konzentration bei 13 Milligramm je Kubikmeter, über dem herangezogenen WHO-Richtwert von 10 Milligramm. Wie viel Kohlendioxid und Wasserdampf ein Ethanolkamin pro Stunde freisetzt, rechnet Kann man mit einem Ethanolkamin heizen? vor.
Warum riecht ein Ethanolkamin?
Ein Ethanolkamin sollte bei sauberer Verbrennung kaum riechen. Ein deutlicher Geruch kann auf unvollständige Verbrennung, einen ungeeigneten Brennstoff oder verschüttetes Ethanol hindeuten. Dann den Brenner löschen, abkühlen lassen, kräftig lüften und prüfen, ob der vom Hersteller vorgeschriebene Brennstoff verwendet wurde.
Wer häufig Geruch bemerkt, Kopfschmerzen bekommt oder einen kleinen Raum nutzt, sollte über eine Alternative nachdenken. Ein Elektrokamin erzeugt ein Flammenbild ganz ohne Abgase, siehe Elektrokamin: Wie echt wirkt die Flamme und was kostet der Betrieb?.
Fast alle typischen Unfälle lassen sich mit 3 Regeln vermeiden, die alle mit „kalt“ zu tun haben. 1. Nur kalt befüllen: Nach dem Erlöschen warten, bis das Gerät vollständig abgekühlt ist, mindestens so lange, wie der Hersteller angibt. 2. Nicht kalt nachzünden: Ging das Feuer beim ersten Versuch nicht an, erst warten und lüften, damit sich gesammelter Dampf verflüchtigt. 3. Nie kalt lassen, solange es brennt: Ein Ethanolkamin bleibt nie unbeaufsichtigt, auch nicht für einen kurzen Gang in die Küche.
Wie löscht man brennendes Ethanol?
Brennendes Ethanol lässt sich nicht mit Wasser löschen. Laut Verbraucherzentrale NRW gehören eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher mit alkoholbeständigem Schaum griffbereit in den Raum. Den Brenner selbst löscht man mit der Abdeckung des Herstellers oder lässt den Brennstoff kontrolliert ausbrennen.
Läuft brennendes Ethanol aus, etwa nach einem Umkippen, sofort die Feuerwehr unter 112 rufen und den Raum verlassen, wenn sich das Feuer nicht sofort ersticken lässt. Brennbares wie Vorhänge, Kissen und Deko gehört von vornherein nicht in die Nähe des Geräts.
Nur Geräte nach DIN EN 16647 kaufen, die Mindestraumgröße auf dem Typenschild einhalten und nicht mehr als 5 Liter Bioethanol in der Wohnung lagern, wie Stiftung Warentest empfiehlt. Ein CO-Melder im Raum warnt vor Kohlenmonoxid, das man weder sieht noch riecht.
💬 Meine EinschätzungEin Ethanolkamin wirkt harmlos, weil er klein und schick ist und ohne Schornstein auskommt. Gerade das macht ihn tückisch: Man behandelt ihn wie eine Kerze, obwohl er mit einem leicht entzündlichen Brennstoff arbeitet. Wer sich trotzdem für einen entscheidet, sollte die Kalt-Regeln ernst nehmen und Löschdecke sowie CO-Melder vor dem ersten Feuer kaufen, nicht danach.
- Ethanol bildet ab 21 °C mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch.
- Typische Unfälle: Nachfüllen warm, Verpuffung beim Zünden, Umkippen.
- Raumluft: Formaldehyd, Benzol, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid möglich.
- Löschen nur mit Löschdecke oder alkoholbeständigem Schaum, nie mit Wasser.
- Mit Kindern oder Haustieren raten Verbraucherschützer ab.
Häufige Fragen zu den Gefahren von Ethanolkaminen
Diese Fragen tauchen rund um die Sicherheit häufig auf.
Ist ein Ethanolkamin mit Norm sicher?
Die DIN EN 16647 ist die Mindestanforderung, kein Freibrief. Stiftung Warentest betont, dass auch die Norm Unfälle nicht vollständig verhindert. Entscheidend ist die richtige Bedienung.
Darf ein Ethanolkamin über Nacht brennen?
Nein. Ein Ethanolkamin darf nie unbeaufsichtigt brennen, auch nicht beim Schlafengehen. Vor dem Verlassen des Raums wird er gelöscht.
Wie groß muss der Raum sein?
Die Mindestraumgröße steht auf dem Typenschild des Geräts. Die DIN EN 16647 schreibt laut Verbraucherzentrale NRW vor, dass der Hersteller sie angibt. Kleinere Räume sind tabu.
Den kompletten Überblick mit Sicherheits-Check vor dem Kauf gibt Ethanolkamin: Funktion, Sicherheit und Grenzen.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben in diesem Artikel stammen aus diesen Quellen. Abgerufen am 1. November 2026.
- Ethanol-Kamine · verbraucherzentrale.nrw · Explosionsgefahr ab 21 °C, Schadstoffe, Löschmittel, DIN EN 16647, Stand 26. Januar 2026.
- Ethanolkamine: Gefahren und Kauftipps · test.de · Unfallmuster, Todesfall 2023, Messwerte aus Frankreich, Lagermenge, 5. Dezember 2025.


